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Ausstellung: Peter Vann «Bestiarium»
Peter Vanns «Bestiarium» entstand als Hommage an sein Haus in S-chanf, das er 2006 mit seiner Familie bezogen hat. Denn einst war das, was jetzt Wohnhaus und Galerie ist, ein Bauernhaus mit Stall. Hier findet sich eine Gemeinsamkeit mit dem Hotel Chesa Salis in Bever, denn das alte Patrizierhaus, dessen reich dekorierte Fassaden Sgraffitozeichnungen und Holzloggien zieren, war vor dem aufwendigen Umbau im 19. Jahrhundert ebenfalls ein Bauernhaus.

Der Sulèr, die Durchfahrt zum Heuboden, ist heute der Empfangsbereich und Salon des Hotels. Neben der Rezeption hängt prominent das fast lebensgrosse Porträt von Anna. Das Schaf Anna aus dem Stall des Dorfarztes von Bever ist Vanns liebstes Werk. Man möchte den zotteligen Schafspelz anfassen, so haptisch erscheint das Fell in der Aufnahme. Anna strahlt Souveränität und Ruhe aus. «Sie hat etwas Nobles und sehr Meditatives», kommentiert Vann sein Modell.

Vann liess sich bei seinen Bildern von den schwarz-weissen Porträts berühmter Fotografen inspirieren. Bildschöne Wesen «Ich hatte eine Fotografie von Kate Moss des Fotografen Richard Avedon im Kopf, so rein, so makellos», erklärt der Künstler. Peter Vann wollte die Nutztiere so fotografieren, als seien es bildschöne Wesen und den Esprit gewöhnlicher Bauerntiere zeigen. Anna, das Schaf, Ninife, der Esel und Louise, das Schwein sind tatsächlich Charakterköpfe. Mal sind sie frontal, mal in Seitenansicht ins Bild gesetzt. Sie blicken melancholisch wie die Kuh Halleluja, verliebt wie die Alpenschafe Venus und Serena, angriffslustig wie Harald, der Gockel oder neugierig wie Louise, das Minipig den Betrachter an.

Mithilfe von Licht und Schatten modelliert der Fotograf die Tiere so kunstvoll, als würden sie real vor uns stehen, die verblüffende Schärfe der Aufnahmen führt dazu, dass man die Borsten von Luise meint, einzeln zählen zu können.